Otočac

Die Grenzfestung Otočac befindet sich am Gewässer Gacka und der Teil in dem sich der Kapitän mit dem Großteil der Besatzung aufhält ist von einer Mauer mit einigen Türmen umkgeben, wo sich die Kirche der Mutter Gottes und die Kapelle der heiligen Sebastian und Fabian befinden. Die übrige Besatzung und der Großteil der Bewohner wohnen außerhalb der Festung aber mitten im Wasser, indem sie dicke Pfähle in das Wasser gestoßen haben und auf diesen schlammüberzogene Häuser gebaut haben. Diese Häuser sehen so schön aus,eins neben dem anderen, und sehen wie eine Stadt aus und haben Wege und Straßen auf denen sie mit Booten fahren können. Aber die Häuser stehen nicht dicht nebeneinander, jedes steht frei im Wasser, so dass falls ein Nachbar den anderen besuchen möchte, muss er es mit dem Boot tun.
J. W. Valvasor, Die Ehre der Herzogthmus Crain, 1689.


 

 

Otočac (4.203 Einwohner) ist das Zentrum des Gebietes Gacka und der Sitz der Stadtverwaltung. Es ist eine der ältesten Siedlungen mit kroatischen Einwohnern. Das erste Mal wird Otočac auf der Tafel von Baška, Ende des 11. Jahrhunderts (1100) erwähnt, auf diesem Steindenkmal der kroatischen Schreibkunde und Kultur. Zu dieser Zeit war das Benediktinerkloster des hl. Nikolas in Otočac mit dem Kloster der hl. Lucia in Baška auf der Insel Krk verbunden. Aber die Historiker meinen dass Otočac viel älter sei und das wahrscheinlich Fürst Borna Anfang des 9. Jahrhunderts einen seiner Sitze in Otočac hatte.
Ihren Namen aber auch ihre Existenz verdankt die Stadt Otočac einer Flussinsel, denn sie befand sich bis zum 18. Jahrhundert auf einer kleinen Insel Mitten im Fluss Gacka. Die Insel war zur Verteidigung mit Mauern und Türmen befestigt. Man konnte ihr sich nur mit Booten über das Wasser nähern. Dies machte sie unbezwingbar und im Laufe ihrer langen Geschichte wurde nie Otočac erobert. Aber man findet auf dem Gebiet der heutigen Stadt Spuren menschlichen Lebens aus noch früheren Zeiten. Die Japoden lebten in Wallburgen (gradine) auf den Hügeln Umac und Vinica, und auch die Wallburg Zorišnjak in Richtung Staro Selo war nicht weit entfernt. Diese Wallburgen sind nicht gründlich archäologisch erforscht wurden.

Die erste erhaltene Schenkungsurkunde über Otočac datiert aus dem Jahr 1300, als der neapolitanische König Karlo II das Land und die Stadt Otočac dem Fürst der Insel Krk, Dujam II, schenkt. Die Fürsten der Insel Krk, die später Frankopani genannt wurden, ließen die Stadt befestigen, sie bauten Kirchen und förderten die Kultur und Lese- und Schreibfähigkeit. Während der drei Jahrhunderte in denen sie über Otočac herrschten, haben sich folgende Fürsten von der Insel Krk dort aufgehalten: Dujam II, Fridrik III, Žigmund (Sigismund) und Martin Frankopan. Gerade zur Zeit von Sigismund blühte Otočac auf. Am 5. März 1460 gründete Papst Pio II das Bistum von Otočac, ernannte die Kollegialkirche des hl. Nikolas zu Kathedrale und, dank der Papsturkunde bekommt Otočac den Stadtstatus (civitas).

Die militärische Verwaltung des Grenzgebietes baut 1619 oberhalb von Otočac auf dem gleichnamigen Hügel die Festung Fortica und hindert auf diese Weise die Türken an der Eroberung der Stadt Otočac und verhindert ihren Durchbruch zum Meer, in Richtung Senj. Otočac entwickelt sich erst Mitte des 18. Jahrhunderts außerhalb der Stadtmauern , als die Gefahr der türkischen Angriffe endlich nachließ und als Otočac Sitz des Regiments von Otočac wurde. Die Kaiserin Maria Theresa ernannte die Stadt 1746 zum großen Markflecken. Schon 1727 wurde in Otočac die Trivialschule gegründet und 1782 fing die Hauptschule des Grenzgebietes an zu lehren. 1870 wurde die Jungenschule in eine Bürgerschule umgestaltet. 1844 gründet der kroatische General Nikola Maštrović in der Stadt ein Theater in dem Vorstellungen in deutscher und kroatischer Sprache aufgeführt wurden. 1873 wurde Volksbibliothek gegründet, die bis heute hin ununterbrochen tätig ist und die vom großen Mäzen, dem Bischof von Čakovac und Srijem, Josip Juraj Strossmayer gefördert wurde.

 


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