Der Kreuzweg

Die fünfzehn Kreuzwegstationen auf dem Hügel Fortica in Otočac sind nicht nur ein wichtiger Teil der religiösen Merkmale der Stadt, sie bieten jedem Besucher ein besonderes Kunsterlebnis.

 

Die Versuche der Katheder des Čakavischen Landtags der Region Gacka und der Kroatischen Wirtschaftskammer – der Gespanschaftskammer Otočac, das Kulturerbe auf dem Gebiet der Gacka zu revitalisieren erlebten mit dem Wirken der Internationalen Bildhauerkolonie Gacka einen großen Erfolg.  Die Mitglieder dieser Kolonie, Künstler aus verschiedenen Generationen und mit unterschiedlichen Stilen, haben hier das erste Mal im Jahre 2005, unter Leitung von Šime Vidulin, inspiriert vom Kulturerbe der Region und der Landschaft, ihre Werke erschaffen.

Der Bildhauer-Kalvarienberg (Kalvarija) von Otočac beginnt am Fuße des Hügels Fortica mit der Komposition der heiligen Dreieinigkeit. Danach folgen fünfzehn steinerne Stelen, vom Fuße des Hügels Fortica bis zur Kapelle der Traurigen Muttergottes an der Spitze des Hügels. Sie veredeln die Vedute der Landschaft, und erinnern an die fast vergessene Kalvarija, wie die Gläubigen diesen Hügel nannten.

ünfzehn Reliefs in weißem Kalkstein aus Istrien, in sehr einfachen Stil, erzählen auf eine jedem verständliche Weise eine Geschichte: sie beginnt mit Demütigung und Qual und endet mit Ruhm und Auferstehung. Die Autoren haben die Darstellungen maximal vereinfacht und sich voll auf das Wesentliche konzentriert.


 

Kapelle der Traurigen Muttergottes

 

Die genaue Bauzeit dieser Kapelle ist schwer zu bestimmen. Es ist bekannt, dass der Bischof von Senj Pohmajević sie im Jahre 1725 geweiht hat, die Kapelle ist aber offensichtlich etwas älter. Es ist ein oktogonaler Bau, wegen seiner Form einzigartig vom nördlichen Primorje bis Split.

Der Raum unter dem Hügel Fortica trägt den Namen Biškupljak (Biskup – kroatisch für Bischof, offenbar ein alter Besitz der Bischöfe von Senj, später von Otočac), genau unter der Kapelle steht noch immer ein sehr altes Haus, das vom Volk Bistum (biskupija) genannt wird (es handelt sich wahrscheinlich um die Sommerresidenz der Bischofe von Senj).

Am Ende des Kalvarienberges (Kalvarija) steht ein großes Kreuz aus Stein mit typischen kroatischen Ornamenten – auf diese Weise wurde den lokalen Bewohnern, aber auch allen wohlgesinnten Gästen, die Bedeutung der Fortica/Kalvarija wieder näher gebracht.