Die Festung Fortica

Die Festung Fortica wurde im Jahre 1619 von den Senjern, gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung, gebaut und schützte vom gleichnamigen Hügel aus die Stadt Otočac, die sich auf einer kleinen Insel im Fluss Gacka befand.

 

Aber auch Senj wurde von hier aus vor den Angriffen der Osmanen geschützt. Es war eine Festung mit drei Türmen, der größten im Osten und zwei kleineren auf der westlichen Seite, untereinander mit 1.80 - 2 m dicken Wällen verbunden. Sie wurde schnell gebaut, mit kleinen Steinen, da man offensichtlich für das Meißeln größerer Blöcke weder Zeit noch Geld hatte. Drinnen war ein sehr enger Hof mit Zisternen in denen Regenwasser gesammelt wurde. Fortica diente als dauerhafte Unterkunft für Soldaten, als Munitions-, Schießpulver- und Lebensmittellager und verfügte über eine Küche und Schlafräume.

Während archäologischer Ausgrabungen fand man die Wände jedes Turmes, die Verbindungswälle und auch die Schwelle des Eingangstores. Der Eingang in die Festung Fortica befand sich auf der südlichen Seite, zu Otočac. Das Eingangstor war hoch über der Erde so konnte man während des Baus, nur mit einer Leiter hineinkommen, später wurde ein Vorbau mit Zugangsstufen gebaut. Der Hügel Fortica war zur Zeit der militärischen Nutzung völlig unbewachsen, da aus Abwehrgründen Bäume unerwünscht waren.  Der erste Befehlshaber der Festung Fortica war Andrija Kolaković. Fortica wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als Otočac sich systematisch zu einer urbanen Mitte entwickelte, verlassen. Alle wichtigen militärischen Gebäude der Otochaner Regimente befanden sich unterhalb der Fortica. Die Festung verliert schon Anfang des 19. Jahrhunderts an Bedeutung, so wird sie im Jahre 1804 in eine Pulverkammer umgebaut. 1882 zerstörte starker Wind das Dach des größten Turmes, so trug, neben der ungenügenden Instandhaltung, auch Witterung am Zerfall der Fortica Schuld.

Anfang des 20. Jahrhunderts wird der Hügel Fortica aufgeforstet. Der Apotheker Častek lässt auf dem Privatbesitz auf dem Hügel Kiefern pflanzen. Der Wald gedeiht sehr schön bis zum Zweiten Weltkrieg als 1941 die Italiener nach Otočac kommen, den Wald abholzen und an dieser Stelle ihre Kanonenbatterie aufstellten. Es ist sehr interessant, dass die Festung Fortica, heute renoviert und konserviert, der einzige Überrest aus der Renaissance auf dem Gebiet von Otočac ist. Vor der Renaissance wurden viereckige, viel seltener dreieckige Festungen gebaut. In der Renaissance werden sie mit runden Türmen befestigt. Fortica ist eine wahre Seltenheit da sie eine von zwei erhaltenen dreieckigen Festungen in Kroatien ist, und auch in Europa gibt es nur noch wenige.