Kroatischer Gačaner Memorialpark

Im Zentrum von Otočac befindet sich die Kirche Presvetoga Trojstva (der heiligen Dreieinigkeit), das Pfarrhaus und  eine kleine Grünfläche – der Gačanski park hrvatske memorije (Kroatischer Gačaner Memorialpark).

 

Die Projektanten für Raumgestaltung haben um die  Kirche von Otočac Steinblöcke aufstellen lassen die den Raum definieren würden und auf denen bestimmte wichtige Persönlichkeiten,  Ereignisse und kulturelle Merkmale der Region Gacka und Otočac künstlerisch dargestellt würden. Die Katheder des Čakavischen Landtags der Region Gacka hat vorgeschlagen die Steinblöcke zu Skulpturen zu verarbeiten und auf jedem Block sollte ein glagolitischer Buchstabe gezeigt werden. In diesem Sinne entstanden insgesamt 30 Skulpturen, die eine Geschichte im Stein vom 9., bis zum 21. Jahrhundert erzählen.

Der bekannte Bildhauer aus Pula, Šime Vidulin, der bei der Wahl der Künstler völlige Freiheit hatte,  hatte das Ziel die Kolonien international zu gestalten und jedes Jahr sollten einige neue (immer andere) Künstler teilnehmen.

Die Bildhauerkolonie hat erfolgreich Ende Juli 2010 stattgefunden und es wurden die ersten acht Blöcke bearbeitet. Vidulin hat sein Ziel erreicht und hat aus dem Ausland die folgenden akademischen Bildhauer eingeladen: Janez Pirnat aus Ljubljana, Gabriel Goltolli aus Verona und Toni Marić aus Mostar. Von den einheimischen Kräften waren außer ihm selbst folgende akademische Bildhauer anwesend: Mate Čvrljak aus Labin und Sanda Nejašmić aus Postira auf der Insel Brač, und die  ihm nahestehenden Bildhauer Janko Mošnja aus Pula und Marčel Starčić aus Kanfanar. In dem Gravieren der Inschriften hat auch Đildo Bonaca aus Pula geholfen.  Die ersten acht Motive sind acht glagolitische Buchstaben und zwar: a, b, v, g, d, e, ž  und folgende Figuren:

-    Der Fürst Borna (821) – Fürst der Gačaner
-    Die Tafel von Baška (1100) – das älteste kroatische geschriebene Denkmal und die erste Erwähnung der Stadt Otočac in geschriebener Form
-    Konstantin Porfirogenet (herrschte von 945 bis 959) erwähnt als erster in geschriebener Form die Namen Gacka, Lika und Krbava
-    Dujam II. Krčki (1279 - 1317) – Gacka kommt in seinen Besitz
-    Borgo Illirico 6 und 5 (1387 und 1379) – handgeschriebene glagolitische Bücher aus Dabar
-    Der Papst Pio II. (von 1458 bis 1464) – Gründer des Bistums von Otočac
-    Žikmund Frankopan (1434 – 1465) – das letzte Mitglied der Familie Frankopan das über Otočac und Gacka geherrscht hat, Otočac wird zur Stadt ernannt.

Die Bildhauerkolonie „Gacka 2011“ fand im August 2011 statt und es nahmen neun Künstler aus dem In- und Ausland teil. Es wurden neun neue Motive gefertigt und acht glagolitische Buchstaben graviert und zwar: b, z, ї, i, j, k, l, m. Neben den fünf einheimischen Künstlern nahmen Korbinian Karl Huber aus Deutschland, George Dan Istrate aus Rumänien, Carlos Roberto, Monge Sanchez aus Mexico und den Otočanern schon bekannte Künstler Gabriele Gottoli aus Italien teil. Die einheimischen Künstler, neben Vidulin, die hier ihr künstlerisches Können zeigten und hinterließen, waren: Ivan Briski aus Zagreb, Janko Mošnja und Đildo Bonaca aus Pula und Marčelo Starčić aus Kanfanar.

Die Kolonie deckt die Zeit vom 15. zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Hier ist folgendes dargestellt:

-    Der Kreuzritter Bernardus (1245) – Präzeptor des Ordens in Gacka
-    Der Dabarski brevijar (1486) – handgeschriebenes glagoltisches Buch aus Dabar
-    Der Kolunićev zbornik (1486) – handgeschriebenes glagoltisches Buch aus Otočac
-    Urban z Otočca (1507) – Kanoniker und Drucker aus Senj
-    Vedute von Otočac durch die zwei Jahrhunderte andauernde Otochaner Kompanie
-    die Schlacht bei Jurjeve stijene mit den Heerführern Graf Petrar Zrinski und den Marquis Fran Krsto Frankopan
-    Ivan Dominik Vukasović (1728 - 1799) -  Kanoniker in Senj und Zagreb
-    Der Otochaner – der Soldat des Militärgrenzgebiets der bekannten 150 Jahre existierenden Otochaner Regimente.

Die Bildhauerkolonie „Gacka 2012“ fand im August 2012 statt. Acht Bildhauer, einer von ihnen eine Frau, zeigen hier wichtige Personen aus Gacka von der Mitte des 19. zur Mitte des 20. Jahrhunderts. So fanden folgende ihren Platz auf dem Kubus:

-    Fran Krsto Frankopan (1643 – 1671) – kroatischer Adliger
-    Der General Nikola Maštrović
-    Nikola Mašić (1852 – 1902) - Maler
-    Stjepan Sarkotić von Lovćen (1858 – 1939) - General
-    Der Akademiker Dr. Vladimir Varićak (1865 – 1942)
-    Juci Kellerman (1921 – 1993) – mit Geburtsnamen Julka Amić – die bekannteste Schauspielerin aus Otočac
-    Alfons Dalma (1919 – 1999) – mit Geburtsnamen Stjepan Tomičić, Journalist
-    Karlo Mirth (1917 – 2013) – Schriftsteller und Publizist

Auch diese Kolonie war international da vier Künstler aus dem Ausland teilnahmen: Carlos Roberto Monge aus Mexico, Saša Stanišić aus Montenegro, Amancio Gonzales Andres aus Spanien und Gabriele Gottoli aus Italien. Die einheimischen Künstler waren: Ljubo de Karina aus Brseč in Istrien, Janko Mošnja aus Pula, Marčelo Starčić aus Kanfanar in Istrien und Jasna Šimunović aus Zagreb.

An allen Kolonien im Rahmen des Kroatischen Gačaner Memorialparks nahmen Künstler aus verschiedenen Staaten teil, so war es auch bei „Gacka 2013“. Die Katheder des Čakavischen Landtags der Region Gacka hat Vincent di Vicenza aus Kanada, Nikolay Borisovich Burtasenkov aus Russland, Carlos Monge Gonzales aus Mexico und Gabrijel Gottolli aus Italien eingeladen. Die einheimischen, kroatischen Kräfte waren Ivan Briski aus Zagreb, Janko Mošnja aus Pula und Marčelo Starčić aus Kanfanara (Istrien), und natürlich Šime Vidulin. Die letzte Kolonie  umfängt die Zeit  von der zweiten Hälfte des 20. und Anfang des 21. Jahrhunderts. Gemeißelt wurden folgende Darstellungen:

-    Josip Barković (1918 – 2011) – kroatischer Schriftsteller, gebürtiger Gačaner
-    Zlatko Šimunović ( 1936 – 1995) – großer kroatischer weltberühmter Maler, gebürtiger Otočaner
-    Dr. Aurel Kostelić (1933 – Professor  an  der Fakultät für Mechanik in Zagreb, gebürtiger Otočaner
-     Slavica Maras-Mikulandra – Schauspielerin und Poetin
-    Das Emblem der 133. Brigade ZNG in Gacka
-    Dr. Egon Matijević – weltbekannter Chemiker
-    Wappen der Stadt Otočac