Die Geschichte von Otočac

In dieser Ausstellung werden auf selektive Weise, durch die Beschreibung von Ereignissen, Darstellung von Dokumenten und Fotos über die Geschichte von Gacka und die Stadt Otočac, alle bekannten Fakten, seit der Vorgeschichte bis heute hin, gezeigt. Von der Zeit als die Japoden erstmals diese Gebiete ansiedelten bis zum Unabhängigkeitskrieg im Jahre 1991.

 

Die reiche Geschichte des Tals um Gacka beginnt mit der Ansiedlung der Japoden, eines illyrischen Stammes mit einer wertvollen autochthonen Kultur. Zur Zeit der Römer fallen die Japoden unter römische Herrschaft und die Römer hinterlassen auf diesem Gebiet wertvolle in Stein gemeißelte mithraische Denkmäler (der Altar auf dem Feld Špiljničko polje und Rajanov grič in Čovići). In der Ausstellung wird weiterhin die Bezeichnung Gacka erläutert, die als Name der Region schon im 9. Jahrhundert, und ihre Bewohner, die Gačani, das erste Mal 818 erwähnt werden, zur Zeit des Herrschers Borna, als der frühmittelalterliche kroatische Staat gegründet wurde.

Otočac wird das erste Mal um das Jahr 1100 auf der Tafel von Baška, einem der bedeutendsten erhaltenen Texte in kroatischer glagolitischer Schrift, erwähnt. Otočac hat den Namen wahrscheinlich bekommen, weil sich die Stadt auf einer kleinen natürlichen Insel (kroatisch otok) auf dem Fluss Gacka befand und mit Schutzwällen und Türmen umkreist war. Dies ist auf den alten ausgestellten Plänen aus dem 17. Jahrhundert zu sehen. Die älteste erhaltene Schenkungsurkunde über Otočac ist aus dem Jahre 1300, in welcher der neapolitanische König Karlo II das Land und die Stadt Otočac dem Fürsten von Krk, Dujam II, schenkt. Dies bestätigt der König Roberto in einer Urkunde im Jahre 1316 und er erwähnt hier Otočac als Stadt (castrum). Am 5. März 1460 gründet der Papst Pio II, zur Zeit von Sigismund Frankopan, das Bistum in Otočac, er ernennt die Kirche des hl. Nikolas zur Kathedrale und Otočac bekommt den Stadtstatus (civitas). Das Bistum wurde 1534 aufgehoben. Ende des 15. und besonders im 16. Jahrhundert sind die Angriffe der Türken immer stärker und so fallen Lika und Krbava 1527 unter türkische Herrschaft, Otočac hingegen bleibt unbezwingbar. Wegen der Angriffe der Türken wurden um Otočac die befestigten Städte Dabar, Prozor, Gusić grad, Karin grad, Šimšanovka kula gebaut. Die Türken erlebten im Tal der Gacka schwere Verluste. Der erste große Sieg über die Türken erfolgte am Fluss Gacka im Jahre1467, danach kam der Sieg des Banus Petar am 10. Mai 1520 in unmittelbarer Nähe der Stadt Otočac. Im Jahre 1527 erlebten die Türken auf dem Feld Osmanagino polje bei Dabar eine schwere Niederlage, und die Stadt gewinnt an Bedeutung als 1543 der kroatische Banus Petar Keglević die türkische Armee bei Otočac besiegt. 1578 wird die Abwehr des Grenzgebietes reorganisiert und Otočac wird Teil des neuernannten Grenzgebietes Primorska krajina. Bis zur endgültigen Vertreibung der Türken aus Lika und Krbava 1689 wurden in Gacka einige erfolgreiche Schlachten geführt. Der Graf Petar Zrinski hat zusammen mit den Soldaten von Otočac 1655 zwei Mal die Türken geschlagen, die Soldaten von Otočac und Senj haben 1657 auf dem Feld Gusić polje 6000 Türken zerschmettert und später, am 16. Oktober 1663, erfolgte die bekannte Schlacht bei Jurjeve stijene, als Petar Zrinski und Fran Krsto Frankopan mit ihren 2000 Soldaten die türkische Armee mit 8000 Soldaten besiegten.

Otočac ist seit dem 15. Jahrhundert bis zu seiner Auflösung im Jahre 1881 an das Militärgrenzgebiet (Vojna krajina) gebunden. Aus der alten Kompanie Otočac wurde 1746 das Regiment von Otočac erstellt. In dieser Zeit entwickelt sich die Stadt Otočac, sie wird ein wichtiges Militär-, Kultur- und Handelszentrum. 1765 ernannte die Königin Maria Theresia Otočac zum Marktflecken und es wird das Militärmagistrat eingeführt und ab dem 13. September 1746 ist in Otočac jeden Mittwoch Markt. 1727 wird die Trivialschule für die Kinder der Grenzgebietsoffiziere gegründet. Das große Schulgebäude wurde 1782 erbaut, die Mädchenschule begann 1805 zu lehren und 1871 wurde die kroatische Sprache als Schulfach eingeführt. 1888 wird die vierjährige Höhere Volksschule der wirtschaftlich-handwerklichen  Berufe. Diese Schule wird nach dem Ersten Weltkrieg die Bürgerschule, bzw. 1925 das niedere Gymnasium. Schon 1844 wird im Regiment von Otočac unter dem Patronat des Generals Nikola Maštrović eine kleine Theatergruppe gegründet, die zwei Aufführungen in kroatischer Sprache vorführt.

Die Freiwillige Feuerwehr Otočac (DVD Otočac) wird 1868 gegründet und ist der dritte Feuerwehrverband in Kroatien. 1873 wird die Volksbibliothek Otočac eröffnet. Der erste Film wird 1902 gezeigt und seit 1907 gibt es den Sportverband „Sokol“. Das Gesundheitswesen hat in Otočac eine lange Tradition, schon seit dem Militärgrenzgebiet, so wurde 1836 ein großes Krankenhaus unter dem Berg Fortica, auf dem 1619 eine Festung um die Stadt vor den Türken zu schützen gebaut wurde, errichtet.

Dank dem hochentwickelten Handwerkerwesen, ist Otočac zwischen den Weltkriegen bekannt als wichtiges Handels- und Kulturzentrum. Im Zweiten Weltkrieg, im Sommer 1943, ist Otočac der Sitz des antifaschistischen Kroatien. Am 13. Juni 1943 findet hier die erste Sitzung des ZAVNOH statt, des höchsten politischen Vertretungsorgans der antifaschistischen Kräfte Kroatiens mit dem Präsidenten Vladimir Nazor. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt sich Otočac in wirtschaftlichem Sinne weiter. Es werden Firmen in den Branchen der Holz-, Chemie-, Metall- und Bauindustrie, im Transportwesen und in anderen Branchen gegründet.

Die Ausstellung zeigt zum Schluss eine Zusammenfassung der Geschehnisse im Unabhängigkeitskrieg 1991, in dem Otočac sehr große menschliche und wirtschaftliche Verluste erleidet.