Freiwillige Feuerwehr (DVD) Otočac

Wasser und Feuer sind schon immer die größten Freunde aber auch Feinde des Menschen gewesen. So gibt es ein altes kroatisches Sprichwort: „Wasser und Feuer sind gute Herrn aber schlechte Diener“ oder ein anderes Sprichwort „Lösche das Feuer, rette deinen Bruder“(„Vartu gasi, brata spasi“), die die Humanität des Berufs der Feuerwehrmänner betont.

 

"... Od ogna v varoši našem imenovanom Otočac, v Gatanskom kotaru,.." Mit diesen Worten klagt, in seiner bekannten Urkunde, im Februar 1476 einer der Fürsten der Familie Frankopan von der Insel Krk, der damalige Herrscher dieses Gebietes, Martin Frankopan, seinen Vettern über einen katastrophalen Brand in Otočac, der viele Probleme verursacht hat und, was das schlimmste war, viele für die nächsten Generationen sorgfältig aufbewahrten Briefe und Dokumente zerstört hat.

Sofern bekannt, gab es zur Zeit der Frankopani, und auch ihrer Nachfolger, nie wieder eine solche Tragödie. In Kroatien wurde der erste Feuerwehrverein in Varaždin im Jahre 1864 und der zweite in Sisak im Jahre 1866 gegründet. Da dieses Gebiet damals als Sitz des Grenzgebietsregiments unter direkter Verwaltung des Militärgrenzgebietes in Varaždin war, wurde im Jahre 1868 auch in Otočac ein Feuerwehrverein gegründet.

Damals gab es in Otočac 70 Häuser und 545 Einwohner, daher ist es schon lobenswert, dass so eine relativ kleine Einwohnerzahl solch einen Verein hat führen können. Als das Militärgrenzgebiet im Jahre 1873 eingestellt wurde, entwickelt sich die Stadt Otočac rasch, denn es kommen Handwerker und Händler hierher und siedeln sich hier an. Die Wirtschaft und das Gesellschaftsleben werden sehr lebhaft, so hat Otočac im Jahre1910 2676 Einwohner.

In dieser Zeit war der Verein unter dem Patronat der Handwerker, Händler und der Offiziere der Krajina (Militärgrenzgebiet) die ebenso Mitglieder des Vereins waren. Die persönliche Ausstattung der Feuerwehmänner war, aus verständlichen Gründen, ziemlich primitiv und, da es keine Vereinsräume gab, bewahrten sie sie in ihren Wohnungen auf. Dies ist auch aus einem Protokoll aus dem Jahre 1873 ersichtlich, in dem angegeben wird, dass der Vojvoda (die höchste Funktion im Verein) Jure Žagar den Feuerwehmann der als erster mit Feuerlöscher und einem Fuhrwerk mit Wasser an die Brandstätte kommt, mit 2 Forinten belohnen wird.

Die rasche Entwicklung der Wirtschaft und des Gesellschaftslebens, die immer steigende Anzahl der Handwerker und Händler, die neben den Offizieren des Militärgrenzgebietes Mitglieder des Vereins waren, führen dazu, dass Vereinsräume gebaut werden müssen. Im Jahre 1875 wird eine Spendensammelaktion für den Bau der ersten Feuerwache, den Kauf der Ausstattung, tragbarer Feuerlöscher und eines Fuhrwerks mit Feuerlöschschlauch organisiert. Die persönliche Ausstattung (Eimer, Axt und Helm) musste jedes Mitglied alleine besorgen. Der Bau der Feuerwache dauerte bis 1880, so hat seitdem der Verein Räume in denen er die Ausstattung aufbewahren kann, die Mitglieder versammeln und Festlichkeiten organisieren kann.

Aus der Zeit sind die folgenden Ämter bei der Feuerwehr bekannt: Vojvoda (Befehlshaber), Podvojvoda (Unterbefehlshaber), Sekrätär und Feuerwehrmann. Die Personen die diese Ämter besetzten und die in den Protokollen des Vereins erwähnt werden sind: Primus Knoll, Mirko Bradičić, Joso Gomerčić, Tomo Kregar, Ivan Planina, Bude Boras und andere.

Da die Häuser in Otočac damals hauptsächlich aus Holz waren, Parterrehäuser ohne richtige Schornsteine, hatte der Verein häufig viel zu tun.

Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs wird der Verein weniger aktiv, da ein Großteil der jüngeren Mitglieder auf verschiedene Fronten rekrutiert wurde. Die älteren Mitglieder bleiben aber in dieser turbulenten Zeit auch weiterhin in verschiedenen Interventionen aktiv, auch solchen deren Ursache der Krieg war. Im Jahre 1918 wird der Verein wieder versammelt und er führt seine Arbeit in etwas besseren Bedingungen fort. Zu dieser Zeit nimmt die Gemeinde den Verein unter ihr Patronat und erteilt finanzielle Hilfe in Höhe von 2000 bis 5000 Denaren.

Im Jahre 1935 schenkt das Armeekommando in Otočac dem Verein ein Fahrzeug, das man "Marta" nannte. Es hatte harte Reifen und eine, extra für die Feuerwehr angebrachte, Zisterne – zuerst aus Holz später dann aus Eisen. Das erste richtige Feuerwehrfahrzeug wurde 1940 von den Spenden der Bürger gekauft, und zwar das "FAUN", das noch heute als defektes Fahrzeug, im Besitz des Vereins ist.

Am Anfang des Zweiten Weltkriegs 1941 wurde die Arbeit des Vereins wieder unterbrochen, und zwar wegen der Okkupation der feindlichen Armee. Dies war für den Verein ein besonders großer Schaden weil sie ihnen fast die ganze Ausstattung und eine Großteil des Archivs zerstört haben. Viele der Mitglieder nahmen am Volksbefreiungskampf  (NOB) teil und kämpften aktiv für den Sieg gegen den Okkupanten. Andere Mitglieder, die in Otočac geblieben waren, waren auch weiterhin als Feuerwehrmänner aktiv, obwohl mit schlechter Ausstattung. Zum Beispiel in einer Intervention im Jahre 1943, als bei einem Angriff der Feinde das Gebäude der ehemaligen Gendarmerie in Brand gesetzt wurde.

Gleich nach der Befreiung des Landes, wurde der Verein wieder versammelt, und die neuen Mitglieder versuchten die Ausstattung zu erneuern, um so schnell wie möglich ihre wichtige Arbeit fortsetzen zu können. Das Fahrzeug "FAUN" wurde defekt wiederaufgefunden, aber schnell repariert, die Instrumente für die Blechmusik wurden beschafft und der Verein beginnt wieder aktiv zu arbeiten. Einen besonderen verdienst im Wiederaufbau des Vereins hatten die folgenden Mitglieder: Tomislav Božičević, Mate Lončarić, Pavao Kraljić, Josip Štefanac, Jure Marić, Milan Šnidaršić, Ivica Bilović, Mile Burić, Josip Ostović, Pajo Crnić, Bogoslav Peitel, Petar Bernardi und andere.

In dieser zeit erlebt der Verein seine Wiedergeburt, er bekommt zahlreiche neue Mitglieder, meistens junge Leute, die durch diverse Kurse für verschiedene Feuerwehrämter befähigt werden: Prüfungsfeuerwehrmann, Feuerwehrunteroffizier, Offizier usw. Zu erwähnen ist das Jahr 1954 in dem der Verein 70 aktive Mitglieder und eine große Zahl unterstützender Mitglieder und Ehrenmitglieder zählte. In dieser Zeit hat der Verein neben den aktiven Feuerwehmännern eine sehr gute Blechmusik und einen Tamburizza-Chor. Zur gleichen Zeit wird die Feuerwache gebaut, die für die weitere Entwicklung des Vereins sehr wichtig war. Die Mittel für den Bau der Feuerwache wurden vom Volkskomitee des Bezirks Otočac und dem Feuerwehrverband gesichert und der Verein hat freiwillig an den Ausgrabungen für das Fundament gearbeitet, Baumaterial an die Baustelle gebracht und an Beton-, Maurer- und Malerarbeiten geholfen. Große Hilfe leistete die Garnison Otočac die das verfallene Gebäude abgerissen und das Baumaterial zur Baustelle transportiert hat. Die erste Bauphase der heutigen Feuerwache wurde im Jahre 1956 beendet als man mit der Nutzung des Gebäudes beginnen konnte. Nach Beendigung des Baus wurde die Ausstattung erneuert, 1960 ein neues Feuerwehrfahrzeug der Marke "ČEPEL" mit der nötigen Ausstattung gekauft und 1962 neue Instrumente für die Blechmusik angeschafft.

Zu dieser Zeit, aber auch später schenkt man im Verein dem Wachstum der Anzahl aktiver Mitglieder, der Anschaffung von Ausstattung und der Erweiterung des Fuhrparks große Aufmerksamkeit. Die Blechmusik tritt auf allen wichtigen Veranstaltungen und Wettbewerben auf, wo sie sehr gute Resultate erreicht.  Der Verein initiiert die Gründung der Freiwilligen Feuerwehrvereine in Vrhovine und Sinac und 1971 wird der Feuerwehrverband der Gemeinde Otočac gegründet.

1976 wird als Teil der Freiwilligen Feuerwehr Otočac eine Prüfstelle für Feuerlöscher gegründet, die nach dem Unabhängigkeitskrieg mit der nötigen Ausstattung erneuert wurde. Während des Unabhängigkeitskrieges haben die Mitglieder des Vereins geholfen die Einwohner mit Trinkwasser zu verpflegen, Nahrung an die erste Front zu bringen, Feuer zu löschen, bei präventiven Einsätzen und bei anderen Aufgaben mitgemacht. Trotz Minenexplosionen, Granatenbeschuss, Flugzeugangriffen war die Freiwillige Feuerwehr Otočac immer zur Stelle und intervenierte bei Bränden und bei präventiven Einsätzen. Die Freiwillige Feuerwehr Otočac war beim Löschen der folgenden Brände beteiligt: zwei Mal an der Kirche der Heiligen Dreieinigkeit, am Kaufhaus, an einem Wohn- und Geschäftsobjekt im Zentrum von Otočac, an der Kaserne Ramljane, der Fabrik INA-Cosmochemia Otočac und an insgesamt 106 Bränden an Wohn- und Wirtschaftsobjekten in privatem Besitz. Mehrere Male gab es technische Einsätze (für den Schutz von Dächern, Fenstern und Türen, präventives Abreißen).

Seit 1994 sind auch die Majoretten ein Teil des Vereins und bieten immer bemerkenswerte Auftritte bei allen Veranstaltungen und Ereignissen in der Stadt aber auch außerhalb von Otočac.

Wegen der Aufopferung und dem Beitrag, den sie während des Unabhängigkeitskrieges gegeben haben, als sie in ihren Einsätzen Menschenleben und den Besitz der Leute retteten, haben viele Vereine und Personen der Freiwilligen Feuerwehr Otočac bei der Anschaffung der Ausstattung geholfen.

Heute hat der Verein etwa 40 aktive Feuerwehmänner, die Blasmusik hat 55 aktive Mitglieder und 25 Lehrlinge. Die Verwaltung des Vereins hat vor einigen Jahren die Frage der Fertigstellung der Feuerwache wieder aufgebracht und so wurde sie fertiggebaut und zur 135. Jubiläumsfeier der Freiwilligen Feuerwehr Otočac, im Jahr 2003 feierlich eröffnet.