Die Ottochaner Grenzer

Das Militärgrenzgebiet existierte seit 1469, als der ungarisch-kroatische König Andrija die militärische Einheit in Senj, die Gacka (mit Otočac und Brinje) und die Region Primorje von Senj bis Rijeka aufstellte, bis zum Jahre 1746. Nach diesem Muster wurden im 16. Jahrhundert weitere militärische Einheiten an der Grenze zu den Türken gegründet. Die militärische Einheit von Senj bekam schon früh den Namen Primorska krajina – Meeresgrenzgebiet (Maritimaconfinia).

 

Abhängend von der Soldatenanzahl gab es große und kleine militärische Einheiten. Otočac und Senj waren große Einheiten. Als 1689 die Türken endlich aus den Regionen Krbava und Lika vertrieben wurden, kam es zu großen Änderungen im Aufbau des Militärgrenzgebietes. Die befreiten Regionen Krbava und Lika (die nach der Befreiung Bezirke wurden) wurden im Jahre 1712 Teil des Generalats von Karlovac. Bis dahin war die Abwehr der wichtigste Zeck dieses spezifischen europäischen militärischen Systems. Ab dem Anfang des 18. Jahrhunderts, nachdem die Türken ihre Macht in diesem Gebiet verloren, war die Abwehr fast nicht mehr nötig und die Militärgrenze wird zur größten Kaserne auf der Welt, und zwar bis heute. Sie erstreckte sich vom Fluss Zrmanja bis nach Transsilvanien in Rumänien. Das Militärgrenzgebiet blieb in erster Linie erhalten, damit der österreichische Hof immer eine Armee, die auch günstig war, für ihre Kriege in ganz Europa zur Verfügung hatte. Dieses Gebiet spielt bis 1878, bzw. bis 1881 als das Militärische Grenzgebiet formell dem Banat Kroatien angeschlossen wurde, die gleiche Rolle.

Als die Grenze in Karlovac und in der Region Primorje und die zwei Bezirke, Krbava und Lika aufgehoben wurden, wurden unter Führung des Grafs Hildburgshausen vier Infanterieregimente geformt: die Ottochaner (Otočac), die Likaner (Lika), die Oguliner (Ogulin) und die Sluiner (Slunj) Regimente, sowie 8 Husarenkompanien (Kavallerie).

Das Regiment von Otočac umfing damals das Gebiet um Gacka und die nördliche Hälfte der Krbava bis zur türkischen Grenze zu Bosnien. Der Sitz des Regiments und der Wohnort des Obersts waren in der Stadt Otočac. Otočac bot auch alles Nötige im Gerichts- und Gesundheitswesen, Lebensmittelverpflegung, Strafwesen und anderem. An der Grenze umfing sie das Gebiet von den Plitwitzer Seen bis Rudanovac. Südlich befand sich die Kompanie von Korenica als Teil des Regiments von Lika.

Das Ottochaner Regiment blieb bis zur Auflösung des Militärgrenzgebietes im Jahre 1871, bestehen.

Die Uniform der Ottochaner Grenzer (nach einer Zeichnung aus dem Jahr 1756): roter Mantel, rote Hose und rote Weste. Die hohe Mütze war schwarz, sowie die halbhohen Stiefel. Das Hemd war blau. Sie war ausgiebig verziert, mit goldenen und blauen Bändern, der Schultergurt war weiß und diente zur Unterscheidung der Truppen im Chaos der Schlacht. Interessanterweise sind die Grenzer in dieser Zeichnung mit Zöpfen an den Schläfen, die frei vor den Ohren herunterhingen, gezeigt. Die Zöpfe waren etwa bis zum Kinn, bzw. Hals, lang. Das Zöpfe flechten war kein Befehl, sondern eine Grenzer Tradition aus alten Zeiten des Militärgrenzgebietes.

Dank den Bemühungen der Stadt Otočac, dem ehemaligen Sitz der Ottochaner Regimente, wurden Repliken der oben beschriebenen Uniformen genäht. Jedes Detail, die Farbe, der Schnitt, jede Verzierung wurden Originalgerecht gefertigt. Mit Absicht hat man das nicht entzifferbare Zeichen an der Mütze mit dem heutigen Wappen von Otočac ersetzt.

Diese Truppe wurde "Die Ottochaner Grenzer" genannt, ein angebrachter Name, in Bezug auf die bekannte Ottochaner Regimente. Hiermit bezieht man sich auf die Tradition der Ottochaner, die sich damals vom Meer bis Zavalje erstreckte (heute folgende Gebiete: Stadt Senj, die Stadt Otočac, die Gemeinden Vrhovine, Perušić und die Plitwitzer Seen).